Die Immobilienbewertung hat im Frühjahr 2026 eine entscheidende Wendung genommen. Seit dem Inkrafttreten der aktualisierten RICS Valuation – Global Standards am 30. April 2026 sind Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) kein optionaler Zusatz mehr, sondern eine verpflichtende Kernkomponente jeder professionellen Wertermittlung.
Was hat sich geändert?
Die RICS hat die Anforderungen an die Berichterstattung verschärft. Gutachter sind nun angehalten, die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten systematisch zu erfassen und deren Einfluss auf den Marktwert explizit auszuweisen. Dies betrifft nicht nur die energetische Beschaffenheit eines Gebäudes, sondern auch soziale Faktoren wie die Nutzerzufriedenheit und die Qualität der Betriebsführung.
Die praktischen Folgen für Eigentümer und Investoren
Durch die neuen Vorgaben wird die Datentransparenz zum entscheidenden Faktor. Fehlende Informationen zu Verbräuchen, Zertifizierungen oder zur sozialen Infrastruktur können nicht mehr einfach ignoriert werden. Stattdessen führen unzureichende ESG-Daten nun häufiger zu Risikoabschlägen in der Bewertung, da die Vergleichbarkeit mit nachhaltigen Referenzobjekten fehlt. Der Fokus verschiebt sich weg von rein kurzfristigen Renditebetrachtungen hin zur langfristigen Resilienz der Immobilie.
Warum das jetzt wichtig ist
Die Marktteilnehmer verlangen zunehmend nach belastbaren ESG-Kennzahlen, um regulatorische Anforderungen wie die EU-Taxonomie zu erfüllen. Gutachten nach dem neuen RICS-Standard bieten hierfür die notwendige Sicherheit. Wer heute in die Datenqualität seiner Bestandsimmobilien investiert, sichert die langfristige Bewertungsgrundlage und die Finanzierbarkeit seiner Objekte.
Für Rückfragen zur Umsetzung der neuen Standards in Ihren Portfolios stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

